Die fertigen Kapitel

20130508 Strasse1. Kapitel

Er hatte tatsächlich das ganze Wochenende nicht an Sex gedacht. Niklas Malter schüttelte den Kopf. Wann war ihm das zum letzten Mal passiert? Oder sollte er sagen: gelungen? Allerdings waren Klassentreffen und der Besuch bei seinen Eltern auch nicht gerade erotisierende Angelegenheiten, dachte er, während er gerade den letzten freien Parkplatz in seiner Straße sichtete und seinen BMW souverän einparkte.

Der Motor jetzt aus. Doch Malter blieb in der Dämmerung sitzen und sah an den Altbaufassaden hoch. Zwei Jahre wohnte er jetzt schon hier in der großzügigen Wohnung, die er sich auch alleine von seinem Gehalt als Kriminalhauptkommissar inzwischen gut leisten konnte. Er hatte sie neu eingerichtet, alte Stücke von seinen Großeltern, die Kommode, der breite Kleiderschrank und vor allem der Ohrensessel, den er sich neu hat beziehen lassen. Dazu einige teure Designerstücke, der moderne Esstisch und vor allem mehrere Lampen, die ins Geld gegangen waren. Den Rest dann mit Ikea vervollständigt. So war die Wohnung sogar noch schöner geworden, als er sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Was sicher auch daran lag, dass er zur Zeit des Einrichtens mit einer jungen Kunststudentin liiert gewesen war, die sich jedoch kurz danach ebenso überstürzt von ihm getrennt hatte wie die meisten ihrer Vorgängerinnen. Doch trotz der schönen Wohnung gab es immer wieder Tage und Abende wie heute, an denen sich Malter nicht darauf freute heimzukommen.

Darum saß er in seinem Ledersportsitz, sah den wenigen Passanten hinterher oder blickte einfach nur geradeaus auf den Wagen vor ihm. Er wusste, wie sich das Ziehen gleich anfühlte, und er wusste auch, dass er diesem Ziehen gleich bereitwillig nachgeben würde. So verließ er schon nach wenigen Minuten seinen kostbaren Parkplatz wieder und fuhr noch einmal los.

Wahrscheinlich lag es an Matthes, seinem alten Schulfreund, und daran, dass sie das ganze Wochenende nur in alten Erinnerungen geschwelgt hatten, dass er jetzt eine Peepshow ansteuerte. Wie in alten Zeiten. So entschied er sich für das Pussydoll, weil es die einzige war, an die er sich spontan erinnerte.

Als er die Tür aufdrückte, war es natürlich nicht die Aufregung wie damals mit Siebzehn mit Matthes. Doch der Tonfall dieser Mikrofon-Stimme mit der slawischen Färbung, die gerade eine gewisse Jennifer auf die sich drehende Bühne rief, war ihm seltsam vertraut. Genauso wie der kalte Rauch und Schweiß, der in der Kabine hing, in die es ihn sofort gezogen hatte. Malter sah sich wieder mit Matthes zu zweit vor der Glasscheibe, eng gedrängt. Die Mädels hatten sich damals zwar amüsiert, aber immerhin konnten sie auf diese Weise für ihr weniges Geld die doppelte Zeit schauen.

Heute langweilte er sich bei den jungen Dingern, die sich verrenkten und zuckten, weil sie glaubten, dadurch besonders sexy zu wirken. Die waren wohl noch niemals so richtig .. und trotzdem warf er immer wieder Euros nach. War doch egal. Er erinnerte sich, warum ihm das Pussydoll eingefallen war: vor drei Jahren hatte er hier sogar ermittelt. Ein Mann war erstochen in einer Kabine aufgefunden worden und Malter hatte alle Verhöre geführt. Doch heute erkannte er keine der Frauen wieder. Die Erfahreneren hatten ihm damals bei diesen Vernehmungen zugesetzt, hatten einen geübten Blick für seine schwache Stelle gehabt. Doch er war durchgekommen.

Jetzt endlich direkt vor ihm hinter der Scheibe eine Ältere, wenn man das bei vermutlich Mitte Zwanzig so sagen kann. Bei ihr kommt auch Niklas Malter zum Glück ein wenig in Stimmung. Gerade als seine Hand nach unten wandert und den Reißverschluss seiner Hose sucht, vibriert sein Handy. Er schaut auf das Display: „Julia Claasen“.

Wenn ihn seine Kollegin an einem Sonntagabend anruft, bedeutet das nichts Gutes. Leider. Denn Julia zu einem Anruf aus anderen Anlässen zu bewegen, war ihm bislang nicht gelungen. Er sieht sie plötzlich vor sich, lange blonde Haare, oft hinten zusammengebunden, und genauso oft dieses Lächeln, ihm gegenüber immer irgendwo zwischen schnippisch und herausfordernd. Das gefiel ihm mehr als alles andere, was er heute Abend gesehen hatte, gesteht er sich zerknirscht ein.

Malter besann sich und fluchte. Verdammt, hier konnte er nicht mit seiner Kollegin sprechen. Er entriegelte die Tür, stieß beinahe mit einem geil grinsenden alten Mann zusammen, hetzte an den anderen Kabinentüren vorbei, und nahm, kurz bevor er auf der Straße stand, den Anruf an: „Ja, Julia?“

 

Stille am anderen Ende. Dann: „Niklas, wo bist du denn?“ „Kann doch dir egal sein, so was wie ne Bar, bin nur eben raus, um in Ruhe mit dir reden zu können.“ Malter bemühte sich erst gar nicht, höflich zu sein. Sonst interessierte sie sich doch auch nicht dafür, wo er abends noch hin ging. Was bildete die sich denn schon wieder ein? Aber gut, schließlich war er Profi, also ganz ruhig zu Julia: „Was gibt’s denn, warum rufst du an?“

Nie und nimmer war das eine Bar, dachte sich Julia. Wenn der gleich so reagierte. Sie selbst konnte sich auch Besseres vorstellen für einen Sonntag Abend, als ihren Kollegen anzurufen. Vor einem halben Jahr erst wurden sie als Team zusammengesteckt. Da hatte sie sich noch gefreut. Denn auch wenn Niklas Malter mit seinen 31 Jahren gar nicht so viel älter war als sie, galt er doch schon als sehr erfahrener Ermittler. Von dem kannst du was lernen, hatten ihre Kolleginnen gesagt, und außerdem … so attraktiv wie der ist! Das Gezwinkere und Gekichere hätten sie sich ruhig sparen können. Lieber hätten sie ihr sagen sollen, dass Malter als Mann und erst recht als Kollege eine ziemliche Zumutung sein konnte. Nur gut dass sie auch nicht zimperlich war, das hatte sie ihm schnell klar gemacht.

Also hieß es auch jetzt wieder dagegenhalten, beschloss Julia, kurz und knapp: „Eine Leiche eben, klang nicht gut, was sie mir gesagt haben, scheint ziemlich übel zugerichtet zu sein“. „Wo ist es?“ „Ein Penthouse, soll ich dich abholen, sag mir einfach, wo ich dich aufsammeln soll?“ „Nein, nicht nötig, wir treffen uns dort!“ Oh, oh, da will ja einer wohl wieder maximalen Abstand haben, dachte sich Julia. Meinetwegen, soll er doch.

Sie zog sich die Jacke über – schließlich wurde es nachts doch noch empfindlich kühl – und schlüpfte in ihre Sportschuhe. Abendliche Eleganz war bei diesem Fundort sicher nicht angebracht.

Als sie hinten um ihren Kombi herumging, fiel ihr Blick auf den Fallschirm und die Ausrüstung im Kofferraum. Sie blieb neben der Fahrertür stehen, hielt ihr Gesicht in den Abendwind und schloss kurz die Augen. Der Sprung vom Nachmittag spulte an ihr vorbei, der Moment, wo der Kontakt zum Flugzeug verloren ging, kein Zurück mehr, der Sturz auf diese winzige Welt zu, das elegante Gleiten, mit der kleinsten Körperbewegung steuerbar, und dann der Schirm, ein großer schützender Schatten über ihr, der sie auffing nach diesem Rausch, Geborgenheit, Routinelandung und sofort die Sehnsucht: nochmal, immer wieder! Was gibt es Schöneres … und was brauchte sie noch Männer, paah!

Julia Claasen stieg ins Auto, startete und stellte überrascht fest: trotz Niklas Malter freute sie sich auf den neuen Fall.

20130809 Messer nah2. Kapitel

Julia bog in die schmale Stichstraße ab, sah Niklas Wagen halb auf den Gehweg geparkt stehen, stellte ihren Kombi dahinter und stieg aus. Die wenigen Parkbuchten, die es hier gab, waren alle belegt. Sie sah sich um: ah, da ging es hinunter zur Tiefgarage, hätte sie sich auch denken können bei dieser Wohngegend. Vorne am Wendekreis standen zwei Streifenwagen, deren Blaulicht die kleinen Menschengrüppchen am Straßenrand in trägem Rhythmus erleuchtete. Sie erkannte Niklas an einem der Streifenwagen, offenbar schon im Gespräch mit den beiden Kollegen, und beeilte sich, zu ihm zu kommen. Er sah kurz zur Seite: „Hi, Julia!“, um dann die beiden Streifenpolizisten noch schnell abzukanzeln: „… und schaltet das blöde Licht aus, das zieht die Leute ja an wie die Fliegen.“

Auch nicht besser als bei mir am Telefon, dachte Julia. Doch da leuchteten Niklas Augen und er grinste sie an: „Na, da schauen wir uns das Ganze doch mal an, oder Julia?“ Der Kriminalist in Niklas gewann offenbar gerade die Oberhand. Schön. Es waren einige Meter zu gehen. Dabei erkannte Julia in der Dunkelheit eine kleine parkartige Anlage mit Beeten. Sie konnte nicht anders und musste sich kurz bücken, um den Rasen zu berühren. Ein dichter weicher Teppich. Hier gab sich also jemand sehr viel Mühe oder besser gesagt: man bezahlte ihn, sich sehr viel Mühe zu geben.

Vor dem großzügigen, völlig verglasten Eingangsbereich standen die nächsten beiden Kollegen. „Es ist oben im fünften Stock, das Penthouse. Aber es gibt einen Aufzug.“ „Danke. Wart ihr als erste hier gewesen, wegen des Anrufs?“ „Nein, das waren die beiden Kollegen oben.“ „Zum Glück“, ergänzte der andere. Niklas und Julia sahen sich an. Ok, weiter. Sie traten in den Eingangsbereich, wo nach wenigen Metern die Fliesen schon von einem Teppich abgelöst wurden. „Aufzug oder Treppe?“, fragte Niklas, sah auf ihre Sportschuhe und entschied selbst: „Treppe.“

Im ersten und zweiten Stock jeweils nur zwei Wohnungstüren. Niklas überschlug kurz die Größe des Hauses, wie sie es von außen im Dunkeln erkennen konnten. „Das müssen ziemlich große Wohnungen sein.“ Noch ehe Julia antworten konnte, kam ihnen auf dem  Absatz zum dritten Stock ein junger Kollege entgegengestürmt, riss das große Fenster auf, und erbrach sich schwallweise hinunter. Sie hörten das Platschen auf dem gläsernen Vorbau der kleinen Eingangshalle. Wenigstens hatte es die Kollegen nicht erwischt. Niklas dachte an das üppige Mittagessen mit seinen Eltern, das sich bis in den Nachmittag erstreckt hatte. Er rechnete nach, es waren trotzdem schon fünf bis sechs Stunden vergangen, das musste reichen. Denn das durfte ihm auf keinen Fall passieren, schon gar nicht vor Julia. Sie ersparten dem jungen Kollegen, der gerade versuchte, die Flecken auf seiner Uniform zu säubern, weitere Peinlichkeiten und  gingen die nächste Treppe nach oben.

Das Penthouse war die einzige Tür im fünften Stock. Der ältere Kollege vor der Tür begrüßte sie: „Wenn’s euch nichts ausmacht, bleib ich lieber draußen, einmal reicht mir!“ Er war blass, aber immerhin konnte er noch die Stellung halten. Niklas fragte: „Ist sonst schon jemand da, Spurensicherung oder die Ärztin?“ „Nein, wir haben auf euch gewartet, was ihr anfordert .. es ist nicht ganz so einfach da drin.“

Julia deutete auf das aufgebrochene Türschloss. „War das schon so, als ihr kamt?“ „Nein, das waren wir. Keiner der Nachbarn hatte einen Schlüssel, die scheinen eh nicht viel Kontakt mit dem Toten gehabt zu haben. Die Hausverwaltung war nicht erreichbar, da haben wir aufgebrochen. Als wir kamen war die Tür noch unbeschädigt, sie war nur zugezogen.“ Julia nickte, der Klassiker: das Opfer hatte den Täter also freiwillig hereingelassen, möglicherweise sogar gekannt oder der Täter hatte einen Schlüssel. Sie wusste, dass sie Niklas mit solchen Banalitäten gar nicht kommen brauchte. Alles noch Routine. Was sich nun aber ändern sollte. Sie schoben die Tür ganz auf und traten ein.

Niklas hielt inne und schloss kurz die Augen. Er wusste, niemals würde er besser spüren, genauer registrieren können, was hier geschehen war, als in den ersten Minuten am Tatort. Niemals mehr würde er offener und unvoreingenommener die Dinge so sehen können, wie sie waren. Er atmete zwei Mal tief und ruhig und öffnete die Augen wieder. Er war erleichtert, dass Julia ruhig neben ihm stehengeblieben war. Nichts schlimmer als Kollegen, die ihre Anspannung in solchen Momente durch wilden Aktionismus und Gerede in den Griff zu bekommen versuchten. Wie ein altes Ehepaar bewegten sich die beiden nun im Gleichtakt in das Penthouse, mal gemeinsam zögernd, mal gemeinsam zügiger vorwärts schreitend. Erster Eindruck: kühler, moderner Stil, Eleganz, nicht zu dick aufgetragen, und doch teuer, Geld. Sie befanden sich noch im Eingangsbereich, vor ihnen schon zu sehen, großzügig offen, Küche und Essbereich. Küchenblock anthrazit, weißer Esstisch für acht Personen. Gab es hier auch mal größere Einladungen? Wer? Geschäftskollegen? Oder privat? Befreundete Paare? Wie war es mit Kindern, sah nicht danach aus, kein Spielzeug, keine kleine Garderobe. Ein schmaler Gang nach rechts, wahrscheinlich zu den Privaträumen? Sagte man so? Also vermutlich Bad, Schlafzimmer, vielleicht ein Ankleidezimmer, der begehbare Kleiderschrank, den solche Wohnungen unbedingt haben mussten, wenn man den Maklern glaubte. Aber dahin später, geradeaus lag ihr Ziel, das hatte ihnen der Kollege am Eingang noch mit der Hand gewiesen.

Auf dem Küchenblock ein Messer, blutig. Die übrigen im Messerblock, wohl unberührt. Ein Stuhl vom Tisch abgerückt, weggedreht, Blick nach hinten. Wer hatte da gesessen? Wohin hatte er geschaut?  Er, sie? Auf jeden Fall nur ein Stuhl bewegt. Nur ein Täter?

Geradeaus die großzügige Sitzgruppe. Zwei Sofas, zwei Sessel um einen niedrigen Glastisch. Auf dem einen Sofa Kleidung, zusammengelegt auf einen Haufen, Hemd, Sakko, waren zu erkennen, obenauf die Socken, ordentlich, als hätte sich jemand im Schwimmbad umgezogen, dachte Julia. Nur dass sie hier niemanden in Badehose erwartete. Obwohl: dahinter die großen bodentiefen Glasfenster über die ganze Front, sie sah den Beginn der Terrassendielen im Licht, das nach draußen fiel, ein Geländer war nicht zu erkennen, viel Platz also, ein Pool wäre sogar denkbar.

Sie waren am Esstisch vorbei und konnten nun  in den Wohnbereich sehen, der sich L-förmig nach links ausbreitete. Das Flackern kam von einem großen Fernseher an der Wand am Ende des Raums, auf dem stumm ein Kinderporno lief. Eigentlich kein Porno, sondern wenige Szenen nur, die sich ständig wiederholten. Mehrere Männer, mehrere Kinder, Jungen und Mädchen. Niklas verzog das Gesicht und wendete den Blick ab. Das wollte er jetzt nicht sehen. Später bei den Ermittlungen, das wusste er, würden sie die Sequenz wieder und wieder durchgehen müssen, um Personen zu erkennen, um Auffälligkeiten zu entdecken. Das Widerliche an seinem Beruf. Aber war das schon der Grund für die heftigen Reaktionen der Kollegen gewesen? Er wunderte sich.

Vor dem Fernseher in einigem Abstand zur Wand stand ein Sessel mit dem Rücken zu ihnen …

20130822 Zähne (Ausschnitt)3. Kapitel

Von hinten über der Sessellehne war nur ein massiger Kopf mit grauem, kurzgeschorenem Haar zu erkennen. Niklas schloss kurz die Augen und sog langsam die Luft mit der Nase ein. Hier in der Nähe des Sessels wurde der Geruch, der durch die ganze Wohnung kroch, intensiver, aber trotzdem nicht deutlicher. „Riechst du das auch, Julia?“ „“Ja, nur was ist das? Verwesung riecht anders, aber Blut ist schon dabei …“ „Ich finde, fast wie ein verbranntes Steak, oder?“ „Und Schei… also Fäkalien, mein‘ ich natürlich.“ Julia lachte kurz auf. Bemühte Fröhlichkeit, die nicht gelingen konnte. Also ein Toter, der sich vor Angst in die Hose gemacht hatte, die er längst nicht mehr an hatte?

Sie gingen jetzt Schritt für Schritt um den Sessel herum, Julia links, Niklas rechts. Den Sessel erkannte Niklas sofort: Charles Eames, weißes Leder, Kirschholz. Genau der, den er sich noch nicht leisten konnte. Hier allerdings in der Variante mit dunklem Blut auf weißem Leder.  Blut, das heruntergeströmt war auf das Parkett und zwischen den gespreizten, nackten Beinen des Mannes eine große Lache gebildet hatte. Die war am Rande verkrustet und geronnen, nur in der Mitte schien sie noch flüssig. Niklas rechnete: der Anruf des Unbekannten, die Kollegen, bis sie vor Ort waren, die Tür aufbrachen, das Opfer entdeckten, das Morddezernat anriefen, die hatten dann Julia informiert, Julia ihn, sie beide hierher. So viel Zeit konnte zwischen Tod und dem Anruf des Unbekannten gar nicht vergangen sein. Kein großer Vorsprung also, gut! Die Ärztin würde es ihnen später sicher genauer sagen können.

Niklas ließ seinen Blick nach oben wandern zwischen die Schenkel des Mannes, wo das Blut hergekommen sein musste, und sah nur noch einen zerfetzten herausgerissenen Hodensack dort baumeln. In Niklas‘ Mitte zog sich alles zusammen, er krümmte sich.  Instinktiv begann er, ruhig und tief durchzuatmen, so wie er es beim Fußballspielen immer getan hatte, wenn ihn ein Ball dort getroffen hatte. Puuh, langsam ging es wieder. Also suchte er den Boden mit seinen Blicken nach diesen zwei fehlenden kleinen rotgeäderten Bällen ab. Rund um die Blutlache war nichts zu entdecken, fast war er erleichtert. Oder hatte der Täter etwa … Niklas schob diesen Gedanken schnell wieder beiseite.

Julia war auf ihrer Seite im selben Moment zusammengezuckt. Der Kopf des Toten war nämlich nach links gesunken, und Julia sah in ein schiefes, hämisches Grinsen. Der völlig verrenkte Kiefer hatte die früher wahrscheinlich einmal sympathischen  Gesichtszüge zur Fratze werden lassen. Die blutunterlaufenen Augen waren nach oben verdreht und starrten an Julia vorbei an die Decke. Die Mundwinkel tief eingerissen, zwei oder drei Zähne abgebrochen, wie in dem weit aufgesperrten Loch zu erkennen war. Knebelspuren sahen eigentlich anders aus, dachte Julia. Sie blickte durch die großen Fenstern hinaus in die dunkle Nacht. Schwarzes Nichts, wie schön wäre das jetzt. Aber dieses Grinsen glotzte sie aus der Nacht heraus an und blieb bei ihr. Sie sah zu Niklas hinüber, der tief atmete. Ihm ging es wohl auch nicht besser. Ihre Blicke trafen sich: sie mussten da jetzt gemeinsam durch.

Der Mann schien auch im Sessel noch groß und kräftig. Nackte Arme auf den Lehnen, mit schwarzem Klebeband fixiert. Wer hatte ihn so ohne weiteres fesseln können? Und wer hatte ihn derartig zugerichtet? Niklas‘ und Julias Blicke wanderten tiefer. Die behaarte Brust des Mannes zeigte bis auf einige Kratzer keine Spuren, alles unversehrt. Was man von der Bauchdecke nicht sagen konnte. Dort klaffte ein tiefes Loch, etwa vom Durchmesser eines Trinkglases, die Ränder aufgerissen und auch die Innereien zerfetzt und teilweise herausgezogen. Im Loch schwamm eine Mischung aus Blut und Darminhalt, was den Geruch erklärte. „Da war doch ein Messer in der Küche“, Niklas sah Julia fragend an, „das passt doch nicht zusammen. Da ist kein einziger Schnitt, überall nur Abgerissenes, Aufgerissenes, Herausgerissenes. Ich verstehe das alles nicht!“ Julia nickte und dann brach es aus ihr heraus: „Paah, wie grausam! Bei lebendigem Leib den Bauch ausgehöhlt, das waren doch Schmerzen ohne Ende. Der muss doch geschrieen haben, wie wild getobt oder zumindest getrampelt … bis er dann hoffentlich so schnell wie möglich ohnmächtig geworden ist.“

„So eine perverse und extrem brutale Folterung!“, Niklas‘ Stimme zitterte. Er drehte sich zur Wand und stierte auf die modernen Grafiken, die akkurat an den Wänden hingen. Hatte sich der Mann das gedacht, als er die Bilder aufhing. Dass es die letzten sein würden, die er in seinem Leben sah? Tröstlich fand Niklas diese kühlen Bilder jedenfalls nicht. Er ließ seinen Blick wieder kurz über den Gefolterten gleiten: „Das ist doch ein kräftiger Typ. Wie alt mag der sein, vielleicht fünfzig. So einer wehrt sich doch. So einen bindet man doch nicht so schnell mal eben an einem Sessel fest.“ Er notierte sich „Wie wurde Opfer gefügig gemacht?“ in das kleine schwarze Notizbuch, das er bei seinen Ermittlungen immer dabei hatte. „Aber nach einem Kampf sähe das hier anders aus“, überlegte Julia und war froh, sich dazu umdrehen zu können. Besser analysieren, als weiter auf den nackten Gequälten zu blicken: „Freiwillig wird der sich kaum in den Sessel gesetzt haben.“ „Aber schau“, Niklas deutete in die andere Hälfte des Raumes, „dort auf dem Sofa, seine Kleidung hat er schön ordentlich zusammengelegt. Ich geh davon aus, dass das seine Sachen sind. Oder meinst du, unter den Tätern war eine ordentliche Hausfrau, die das für ihn erledigt hat?“ Er versuchte ein Grinsen. Julia freute sich beinahe über so eine Bemerkung. Niklas schien offenbar wieder zur Normalform zurückzufinden, was bei ihr ganz sicher noch dauern würde. Doch ihr kriminalistischer Verstand funktionierte immerhin schon wieder: „Von den Folterwerkzeugen ist nichts mehr zu sehen, alles wohl wieder fein säuberlich eingepackt und mitgenommen. Das heißt, Herbringen und wieder Wegschaffen wären doch ein Ansatzpunkt.“ „Ja, die Tiefgarage …“ murmelte Niklas.

Dabei hätten die beiden das Brandmal auf dem linken Unterarm des Opfers fast übersehen. Daher also der Geruch nach verbranntem Fleisch. Knapp oberhalb des Klebebandes waren mehrere Linien, nicht gerade sehr kunstvoll eingebrannt, aber auch nicht zufällig, sondern eindeutig ein Symbol. Nur wofür? „Ist das asiatisch, Niklas? Das, was ich an Kalligraphie kenne, sieht irgendwie anders aus.“ „Für mich sind das eher Runen oder so etwas Ähnliches.“ Julia schüttelte den Kopf: „Dann müssen die auch was dabei gehabt haben, um so ein Brandzeichen zu machen. Nimmt man da einen Lötkolben? Auf jeden Fall war das alles ganz genau geplant, die haben nichts dem Zufall überlassen.“ „Hat ja auch alles wunderbar funktioniert“, Niklas wurde sarkastisch, „und du meinst auch, es waren mehrere …?

Doch Julia war schon dabei, sich Notizen zu machen. Ihre Daumen huschten über ihr Smartphone. Dann fotografierte sie das Brandzeichen. Sie war sehr blass, fiel Niklas auf. „Ich habe genug davon, könntest du den Rest übernehmen, Niklas, ist das ok?“ Der nickte. Sie atmete auf: „Ich fahr ins Büro und fang mit dem Zeichen an, das ist wenigstens was Konkretes und es wird einem nicht gleich schlecht beim Betrachten. Schlafen geht nach dem Ganzen hier sowieso nicht.“ Sie schloss kurz die Augen: es war noch da, dieses Grinsen. „Vielen Dank, Niklas!“, und weg war sie. Niklas sah ihr nach. Hoffentlich macht sie nicht auch noch am Fenster im Treppenhaus einen Zwischenhalt, dachte er und kauerte sich vorsichtig in einer Ecke auf den Boden, um keine Spuren zu verwischen. Er sah auf die Uhr: 23.05 Uhr. Nachbarn befragen war um diese Zeit sinnlos. Die Kollegen auf der Straße unten könnten allerdings bei den Schaulustigen recherchieren, das würde er ihnen gleich sagen. Aber erfahrungsgemäß brachte das nicht viel. Die Spurensicherung musste jedoch sofort anrücken, sonst verloren sie zu viel Zeit. Der Anruf war schnell erledigt. Und die Gerichtsmedizinerin. Bei so einem Tatort musste sie natürlich vor Ort kommen und das auch möglichst schnell.

Hoffentlich würde die Ärztin seinen Anruf um diese Zeit nicht missverstehen. Schließlich war es nicht gerade dienstlich gewesen, als sie sich das letzte Mal gesehen hatten. „Don’t fuck your office!“ Niklas hatte seine eiserne Regel gebrochen und es in derselben Nacht noch bereut. Mist! Jetzt saß er hier mit diesem armen Kerl ohne Eier und einem Loch im Bauch und einem im Gesicht. Da brauchte er keine anderen Probleme. So etwas durfte ihm nie mehr passieren, schwor er sich. Aber es half nichts, sie war nun mal in ihrem Fach die Beste, die sie hatten, und deshalb brauchte er sie hier. Er wählte ihre Nummer. „Niklas hier, ich hoffe ich störe nicht.“ „Ist das alles, was dir nach zwei Wochen einfällt?“ Er räusperte sich. „Nein, aber wir haben eine Leiche, gefoltert, könnte schwierig werden.“ „Ach so“, sie schaltete um auf professionelle Distanz, „dann gib mir dreißig Minuten. Wohin soll ich kommen?“

Niklas sah wieder auf die Uhr, halb zwölf inzwischen. Die berüchtigten 48 Stunden begannen zu laufen, in denen sie den roten Faden für den Fall in den Händen halten sollten. Sonst würde es schwierig bis unmöglich werden. Oder sie müssten auf einen günstigen Zufall hoffen. Und Niklas hasste diese Zufälle. Zwei Tage und zwei Nächte. Das war nicht viel.

20131105 Notizbuch34. Kapitel

Niklas waren wohl kurz die Augen zugefallen, aber jetzt schreckte ihn eine Stimme auf. Er blinzelte und sah den Kollegen von der Tür, wie er vorsichtig um die Ecke wies: „Dahinten ist es, Frau Dr. Gonzalez.“ Dann war die Gerichtsmedizinerin auch schon mit wenigen Schritten direkt vor ihm. Niklas erinnerte sich an ihre Beine, ärgerlicherweise viel zu genau. „Alles klar?“, hörte er sie von oben. Niklas drückte sich an der Wand ab und versuchte, so schnell wie möglich wieder auf Augenhöhe zu kommen. Den scharfen Stich im Knie ließ er sich nicht anmerken und beugte sich gleich Dr. Gonzalez entgegen, um sie mit einem Wangenkuss zu begrüßen, als er zu spät die Hand bemerkte, die sie ihm entgegenstreckte: „Hallo, Niklas.“ Gerade noch rechtzeitig brachte auch er seine Hand nach vorne: „Hallo, Isa.“

Niklas zückte hastig sein schwarzes Notizbuch, obwohl er ganz genau wusste, was er darin notiert hatte. „Also .. wir gehen davon aus, dass er gefoltert wurde.“, begann er, erläuterte seine ersten Vermutungen und kam am Ende zu dem Loch im Bauch: „Das ist uns völlig unerklärlich, hast du so etwas schon einmal gesehen?“ „Nein“, Isa Gonzalez trat näher an den Sessel heran und beugte sich über den Toten, „sieht so aus, als wäre das in einzelnen Stückchen herausgerissen worden.“ Sie rümpfte die Nase. „Wir müssen überlegen, wie wir ihn am besten zur Obduktion transportieren, ohne zu viele Spuren zu verlieren. Ich kümmere mich darum.“ Ihr Blick ging tiefer: „Habt ihr seine Hoden schon gefunden?“ Niklas schüttelte den Kopf. Sie sah Niklas ein paar Sekunden zu lange an: „Also ein Mann ohne Eier? Soll es ja geben …“ Auch mit dem zynischen Unterton fand Niklas ihre dunkle Stimme immer noch sexy. Vor allem im Kontrast zu ihren blonden Haaren, die so gar nicht dem Klischee einer Spanierin entsprachen. Er sah möglichst schnell wieder in sein Notizbuch: „Das andere Rätsel: wie wurde er überwältigt und fixiert? Wie du siehst, keine Kampfspuren. Ich hoffe, du findest da etwas, was uns weiterhilft.“ Niklas legte die Stirn in Falten, gab den angestrengt grübelnden Kriminalisten und konnte sich auf diese Art endlich abwenden und auf die Terrasse hinausstarren. Wo war nur seine Souveränität geblieben?

Am Gemurmel und Geklapper erkannte er, dass sich das Penthouse langsam zu füllen begann. Die Männer in ihren weißen Overalls arbeiteten sich akribisch von der Eingangstür her vor. Niklas kannte den Ablauf: immer wieder Blitzlicht, Markierungen, Anweisungen, Nummerntafeln. Blitzlicht … Stille. Er musste sich nicht umdrehen, um zu wissen, wo die Kollegen jetzt standen. Tiefes Durchschnaufen, kurzes Aufstöhnen, aber das gab sich wieder. Schließlich waren das Profis. Von denen einige Niklas offenbar noch nicht kannten: „Lag hier außer dem Messer wirklich nichts rum? Die müssen doch eine ganze Menge Werkzeug dabei gehabt haben?“ Niklas schnellte herum: „Also bitte, Kollegen, meint ihr, ich habe hier was weggeräumt? Und woher wisst ihr, dass es mehrere waren? Wohl schon so viele Spuren identifiziert?“ Sollten sie doch ruhig merken, was er von Inkompetenz hielt, und er schob gleich nach: „Da hinten die Kleidung, schaut doch mal, ob sie dem Opfer gehört und ob die ihm jemand zusammengelegt hat?“ Er rieb sich die Augen, es war spät. Zu spät für ihn.

„Herr Malter, alles ok mit Ihnen?“ Niklas drehte sich langsam um. Diese Stimme kannte er: „Ja, klar, Herr Staatsanwalt.“ Der Gehlen. Sehr gut, dann konnte der ja weitermachen und für Niklas gab es nun nichts mehr zu tun hier. Außerdem standen der Staatsanwalt und Isa sowieso viel zu nah beieinander, wie Niklas fand. Er nickte ihnen knapp zu und ging. An der Ecke sah er noch einmal kurz über die Schulter: wieso war heute eigentlich schon wieder der Gehlen dran, hatte der nicht Urlaub?

Unten auf der Straße war kaum mehr ein Mensch zu sehen. Er klopfte an den VW Bus der Kollegen, die nur mit dem Kopf schüttelten. Nichts Verwertbares also von den gaffenden Zuschauern. Niklas konnte erst mal nach Hause. Als er seine Wohnungstür hinter sich schloss, ließ er seine Taschen vom Wochenende im Flur fallen. Warum hatte er die vorhin noch nicht nach oben gebracht? Ach so, ja … dann endlich Schuhe abstreifen, Bier aus dem Kühlschrank, auf’s Sofa fallen und ein sehr langer Zug aus der Flasche, bei dem ihn das aufgerissene Loch begleitete, sobald er die Augen schloss. War dieser Kerl jetzt ein armes Schwein oder ein perverses? Hatte er seine gerechte Strafe bekommen? Niklas wusste, dass er so nicht denken durfte. Keine Vorurteile, keine Schublade. Nur, was sollte das mit dem Kinderporno auf dem Fernseher? Er verstand es nicht. Weder dass der da lief noch dass es das überhaupt gab. Wie konnten erwachsene Männer nur … dann zog er sich sein Notebook herüber, klickte auf eines seiner Lesezeichen in der Rubrik „porns“ und gab ins Suchfeld ein: „Spanierin blond“.

„Guten Morgen und willkommen bei der Soko ‚Brandmal‘ … schön, dass das wieder so kurzfristig funktioniert hat.“ Reinhold Krapp, der Chef wie sie ihn alle nannten, hatte Punkt neun Uhr den Besprechungsraum betreten und kam sofort zur Sache. Er blickte kurz in die Runde und nickte. Offensichtlich sind wir vollzählig, dachte Niklas und bewegte seine Augen unter den schweren Lidern einmal um den großen Tisch herum. Zu sechst waren sie, ziemlich viel für den Anfang. Der Chef schien die Sache wohl ernst zu nehmen. Niklas‘ Augen beendeten ihre Runde rechts von ihm bei Julia. Sie war unverändert, er sah nach unten, wieder die Turnschuhe. „Warst du gar nicht zuhause?“ „Nein, hab doch das Zeichen recherchiert … und dann waren es eh nur noch zwei Stunden.“, kam matt zurück. Er sah sie fragend an: „Und, wenigstens erfolgreich?“ „Wie man’s nimmt: es ist Jawi, so was wie ein erweitertes arabisches Alphabet, da bin ich mir ziemlich sicher. Laut Wikipedia wird diese Schrift in Brunei, Malaysia und Indonesien verwendet. Aber für mich sind es bis jetzt nur zwei Buchstaben. Mehr nicht.“ „Gibt’s da nicht immer mehrere Bedeutungen, so wie im Chinesischen?“  „Weiß nicht, hab es jetzt  intern weitergegeben. Da hätte ich mir mehr erhofft, irgendeinen Racheschwur oder so was in der Art.“ Niklas hob die Augenbrauen: „Na, nicht so schnell aufgeben, so leicht geht das hier nicht, was denkst du denn?“

Der Chef räusperte sich: „Also, kurz die Fakten: das Opfer heißt Leon Liars, 52 Jahre alt, wohnte erst seit einem Jahr in dem Penthouse. Geschäftsführer der Spedition xxx. Vor zwei Jahren war er angeklagt wegen angeblichem Kinderhandel, wurde dann aber freigesprochen.“ Julia sah aus den Augenwinkel, wie alle sich auf ihren Stühlen aufrichteten. Da verstand keiner ihrer Kollegen Spaß, egal ob Familienvater oder nicht.  „Die Sache hat damals für ziemlich viel Wirbel gesorgt. Deswegen habe ich auch den Kollegen Heid mit in die Soko genommen, er hat damals ermittelt.“ Sven Heid sah nur kurz auf, als sich alle Augen für einen kurzen Moment auf ihn richteten. „Malter, Sie leiten die Soko. Informieren Sie mich täglich über den aktuellen Stand.“ Niklas nickte. Krapp würde sich auf ihn verlassen können. Er würde sein Bestes geben. Und diesmal alles, aber wirklich alles im legalen Rahmen, schwor sich Niklas. Wenn der Chef ihn diesmal schon wieder rausboxen müsste, würde dem das sicher absolut nicht gefallen. „Ach ja, noch eines:“, hielt sie Krapp noch einmal auf, als sie bereits alle von ihren Stühlen aufgestanden waren. „Haltet mir die Presse draußen, solange es irgendwie geht. Ich will keine dieser Lynchjustiz-Aufrufe lesen, von wegen Gerechtigkeit für einen Kinderschänder oder so etwas. Und lasst ihr euch bei euren Ermittlungen auch nicht darauf einengen: das war ein Freispruch vor zwei Jahren, vergesst das nicht!“

Niklas und Julia standen auf dem Gang noch kurz nebeneinander. „Kaffee?“, fragte Julia, da stieß Niklas sie leicht an und zeigte mit dem Kopf in Richtung Tür. Von dem, was ihr Kollege Sven Heid dort zum Chef sagte, konnten sie nur Fetzen verstehen:  „… zu viel noch mit dem anderen Fall …außerdem ist meine Frau krank … Kinder kümmern … Ihnen dankbar, Herr Krapp … nicht zu dieser Soko …“ Die beiden entfernten sich langsam den Gang hinunter, da rief Niklas hinterher: „Hej, Sven, wir brauchen dich doch!“ Doch der drehte sich nur kurz um und zuckte halbherzig mit den Schultern, ohne ein einziges Wort. „Ist der immer so?“, fragte Julia. „Nein, der ist eigentlich ein Guter.“, raunte ihr Niklas zu.