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Juli | 2013 | Juli 2013 – Deine dunkle Seite – Krimi Juli 2013 – Deine dunkle Seite – Krimi

Monat: Juli 2013

Das zweite Kapitel (zweiter Teil)

20130731 Fenster dunkelDas zweite Kapitel (zweiter Teil)

Im ersten und zweiten Stock jeweils nur zwei Wohnungstüren. Niklas überschlug kurz die Größe des Hauses, wie sie es von außen im Dunkeln erkennen konnten. „Das müssen ziemlich große Wohnungen sein.“ Noch ehe Julia antworten konnte, kam ihnen auf dem  Absatz zum dritten Stock ein junger Kollege entgegengestürmt, riss das große Fenster auf, und erbrach sich schwallweise hinunter. Sie hörten das Platschen auf dem gläsernen Vorbau der kleinen Eingangshalle. Wenigstens hatte es die Kollegen nicht erwischt. Niklas dachte an das üppige Mittagessen mit seinen Eltern, das sich bis in den Nachmittag erstreckt hatte. Er rechnete nach, es waren trotzdem schon fünf bis sechs Stunden vergangen, das musste reichen. Denn das durfte ihm auf keinen Fall passieren, schon gar nicht vor Julia. Sie ersparten dem jungen Kollegen, der gerade versuchte, die Flecken auf seiner Uniform zu säubern, weitere Peinlichkeiten und gingen die nächste Treppe nach oben. Das Penthouse war die einzige Tür im fünften Stock. Der ältere Kollege vor der Tür begrüßte sie: „Wenn’s euch nichts ausmacht, bleib ich lieber draußen, einmal reicht mir!“ Er war blass, aber immerhin konnte er noch die Stellung halten. Niklas fragte: „Ist sonst schon jemand da, Spurensicherung oder die Ärztin?“ „Nein, wir haben auf euch gewartet, was ihr anfordert .. es ist nicht ganz so einfach da drin.“

Das zweite Kapitel (erster Teil)

20130727 Parkhaus KurveDas zweite Kapitel (erster Teil)

Julia bog in die schmale Stichstraße ab, sah Niklas Wagen halb auf den Gehweg geparkt stehen, stellte ihren Kombi dahinter und stieg aus. Die wenigen Parkbuchten, die es hier gab, waren alle belegt. Sie sah sich um: ah, da ging es hinunter zur Tiefgarage, hätte sie sich auch denken können bei dieser Wohngegend. Vorne am Wendekreis standen zwei Streifenwagen, deren Blaulicht die kleinen Menschengrüppchen am Straßenrand in trägem Rhythmus erleuchtete. Sie erkannte Niklas an einem der Streifenwagen, offenbar schon im Gespräch mit den beiden Kollegen, und beeilte sich, zu ihm zu kommen. Er sah kurz zur Seite: „Hi, Julia!“, um dann die beiden Streifenpolizisten noch schnell abzukanzeln: „… und schaltet das blöde Licht aus, das zieht die Leute ja an wie die Fliegen.“

Auch nicht besser als bei mir am Telefon, dachte Julia. Doch da leuchteten Niklas Augen und er grinste sie an: „Na, da schauen wir uns das Ganze doch mal an, oder Julia?“ Der Kriminalist in Niklas gewann offenbar gerade die Oberhand. Schön. Es waren einige Meter zu gehen. Dabei erkannte Julia in der Dunkelheit eine kleine parkartige Anlage mit Beeten. Sie konnte nicht anders und musste sich kurz bücken, um den Rasen zu berühren. Ein dichter weicher Teppich. Hier gab sich also jemand sehr viel Mühe oder besser gesagt: man bezahlte ihn, sich sehr viel Mühe zu geben.

Vor dem großzügigen, völlig verglasten Eingangsbereich standen die nächsten beiden Kollegen. „Es ist oben im fünften Stock, das Penthouse. Aber es gibt einen Aufzug.“ „Danke. Wart ihr als erste hier gewesen, wegen des Anrufs?“ „Nein, das waren die beiden Kollegen oben.“ „Zum Glück“, ergänzte der andere. Niklas und Julia sahen sich an. Ok, weiter. Sie traten in den Eingangsbereich, wo nach wenigen Metern die Fliesen schon von einem Teppich abgelöst wurden. „Aufzug oder Treppe?“, fragte Niklas, sah auf ihre Sportschuhe und entschied selbst: „Treppe.“